Historischer Verein Hornberg e.V., gegründet 1955

Aus der Festschrift "400 Jahre Hornberger Schießen - 10 Jahre Freilichtspiele"
Albert Ketterer, 1. Vorsitzender im Jahr 1964 an seinen Freund und Kameraden Erwin Leisinger:
Wenn wir ...das Bestehen des Freilichtspiels "Das Hornberger Schießen" feiern können, so verdanken wir dies im wesentlichen Erwin Leisinger. Als echter Sohn seiner Schwarzwaldheimat, ...,machte er sich ans Werk, den Streich unserer Vorfahren nach dem bekannten überlieferten Wort "Es geht aus wie das Hornberger Schießen" für eine Freilichtaufführung niederzuschreiben. Schon in den zwanziger Jahren wollte man an Fastnacht den Streich unserer Vorfahren spielen, doch es war alles nur eine Improvisation, weil eben der Mann fehlte, welcher die historische Begebenheit so zu Papier brachte, wie es Erwin Leisinger gelungen ist.

Aus einem Souvenir der 50er Jahre:

Der Fanfarenzug und der erste Vorsitzende Albert Ketterer eröffnen das Frailichtspiel
Hornberger Bürger beim Dämmerschoppen im Bären. Es gesellen sich zwei fahrende Sänger zu ihnen, welche erstmals verlauten lassen, dass der Krieg zu Ende ist und der Herzog auf der Fahrt durch´s Land in Hornberg haltmachen will.
Während der Bürgerversammlung kommt ein Kurier angeritten und bringt die Kunde, dass der Herzog demnächst in Hornberg eintreffen wird.
Auf Grund ihrer Abneigung zum Ratschreiber, der alles besser machen wollte, begehren die Handwerker (Bürger) auf. Doch es gelingt dem Schultheiss und dem Hauptmann, sie wieder zu beruhigen.
Der Herzog soll mit Kanonendonner empfangen werden. Die Hornberger Schützen bringen ihre Mörser in Stellung.
Die Hitze ist groß und die Kehlen trocken, deshalb wird dem Bier eifrig zugesprochen. Und eh´der Herzog eingetroffen, waren viele schon besoffen. Doch Männer vergeßt beim Trinken nicht unseren Herzog und die Pflicht!
Schießen, schießen, der Herzog kommt! Halt, halt, das ist ja gar kein Herzog, sondern eine Herde Rindviecher, die viel Staub aufgewirbelt hat.
Die Postkutsche, eine Rindviehherde, der Krämerkarren, alles wurde in der Ferne für den Herzog gehalten und immer eifrig Salut geschossen. Was Wunder, dass das Pulver ausging? Das Pulver ging aus zur schönsten Stund´, so dass man nicht mehr schießen konnt! Was machen wir nun? Wir werden trotzdem ihn erfreuen und alle kräftig "piff paff" schreinen.
Ein komischer Empfang, den ihr mir da bereitet. So sprecht, was dieser Firlefanz bedeutet? Ich sperr´euch alle in den Turm hinein, dort könnt ihr dann zusammen piff paff schrei´n. Verzeiht, dass Euer Name wir geschändet, hätt´nur die Sonne nicht so arg geblendet. Dann wär´uns dieser Unsinn nicht passiert; nun stehen wir da und sind vor Euch blamiert!
Soeben habt ihr es geseh´n was einst in Hornberg ist gescheh´n. Sie schossen in die Luft hinaus und dabei ging das Pulver aus. Drum die Moral von der Geschicht´, verschieß´zu früh dein Pulver nicht! Ein Leben stets in Saus und Braus, geht wie das "Hornberger Schießen" aus.