Nummer 111:

Was: „Und so geht wie immer ein G-Irgendwas-Treffen aus wie das Hornberger Schießen: schöne Worte, von denen niemand ernsthaft annehmen darf, dass sie die US-Geldpolitik in irgendeiner Weise restringieren

Wozu: Beschlüsse der G20-Finanzminister auf ihrem Treffen in Sydney

Wo: Original in Commerzbank Cross Asset Strategy vom 24.2.14. Übernommen im Wall Street Journal Deutschland (http://www.wsj.de/article/LL-CO-20140224-001709.html)

Wer: Ulrich Leuchtmann

Wann: 24. Februar 2014

Finder: Martina Lauble

Das Hornberger Schießen des Monats Januar 2015

Es ist leider bezeichnend, dass im Zusammenhang mit mal wieder einberufenen Klimakonferenzen zuverlässig die Redewendung vom Hornberger Schießen auftaucht, so auch in einer Pressemitteilung der dpa vom 14. Dezember 2014, die unter anderem vom "stern" und "DIE WELT" übernommen wird. Dain heißt es: "Wenn 195 Staaten eine Einigung finden müssen, geht es oft zu wie beim Hornberger Schießen."

Das Hornberger Schießen des Monats April 2015

Die letzten Monate beweisen es: kein weltbewegendes Thema ohne das Hornberger Schießen, egal ob Klimakonferenz, Rüstungsexporte oder Griechenlandkrise. Da ist es nur folgerichtig, dass auch die Verjüngungskur des Musikantenstadl nicht ohne Piff-Paff über die Bühne gehen kann. Der Nordkurier schreibt: „Seit fast 15 Jahren versucht eine Bürgerinitiative aus der Region Neubrandenburg vergeblich, mehr deutsche Musik auf die Sendeliste zu drücken. Mindestens die Hälfte der Titel in deutscher Sprache, lautet die Forderung. Doch der NDR bleibt hart, eine Art Musikgipfel im Februar geht aus wie das Hornberger Schießen. „Es wird keine Änderung des Musikprogramms geben“, so Funkhauschefin Haferburg.“

Das Hornberger Schießen des Monats Mai 2015

In diesem Monat haben wir wieder ein kleines literarisches Juwel ausgegraben: Der berühmteste Schriftsteller unserer Nachbarstadt St. Georgen ist Thomas Strittmatter: Vielfacher Literaturpreisträger, der leider zu früh verstarb, und Namensgeber des Gymnasiums in St. Georgen und des Baden-Württembergischen Drehbuchpreises ist. In seinem Roman „Raabe Baikal“ heißt es „[…] ging diese Partie aus wie das Hornberger Schießen, das Pulver war zu früh verschossen“. Wer die nicht jugendfreie Stelle in Gänze nachschauen möchte, findet sie auf S. 155 des Buchs, das 1990 im Diogenes Verlag erschienen ist.

Das Hornberger Schießen des Monats Juni 2015

In einem Artikel der Thüringer Allgemeine berichtet der Bürgermeister von Pößneck von rechtsradikalen Bedrohungen: „Ein anderes Mal sei ihm anonym mit dem Tod gedroht worden, so dass er Anzeige gegen Unbekannt erstattet habe. Doch das Verfahren sei irgendwann ausgegangen wie das Hornberger Schießen.“

Das Hornberger Schießen des Monats Juli 2015

Natürlich kommt auch die weiter andauernde Griechenlandkrise nicht ohne Hornberger Schießen aus. So schreibt das holländische Investment-Haus ING Markets in seinem Kapitalmarktkommentar: „Dementsprechend ging der Handelstag trotz immer wieder auftretenden, durch unverhoffte Schlagzeilen verursachten Kursschüben in beide Richtungen aus wie das Hornberger Schießen.“

Das Hornberger Schießen des Monats August 2015

Auch bei den größten Ereignissen der Weltgeschichte taucht das Hornberger Schießen auf: Unter dem Titel „Untergang der DDR - Ein Bergbaustädtchen geht auf die Barrikaden“ lässt das Deutschlandradio Kultur Zeitzeugen einer Versammlung zu Worte kommen, in der 1989 in Sondershausen Bürger gegen das SED-Regime aufbegehrt hatten. Unter anderem leitete der Lehrer Dieter Strödter seine damaligen Ausführungen mit den Worten ein: "Was momentan passiert, kann ausgehen wie das Hornberger Schießen und bringt uns nicht weiter.“

Das Hornberger Schießen des Monats September 2015

Kein Thema ist zu schräg, als dass es nicht mit dem berühmten Zitat gewürzt werden könnte: Der Auftritt der slowenischen Band „Laibach“ in Nordkorea schlug in deutschen Feuilletons ziemliche Wellen. Die „Freie Presse“ kommentiert den Auftritt und die Reaktionen in den Medien unter anderem mit der Formulierung: „Heute steht Laibach auf dem Level einer beliebigen Untergrundband, und natürlich ging das Konzert letzte Woche aus wie das Hornberger Schießen: In Nordkorea subversiv zu sein ist kinderleicht, aber fast keiner der 1500 offiziell von der Regierung geladenen Konzertgäste verstand, wie auch, die Provokationen.“

Das Hornberger Schießen des Monats Oktober 2015

Heimspiel für das Hornberger Schießen – und was für eins: In der „Bild“-Sonderausgabe „25 Jahre Wiedervereinigung“ vom 1. Oktober 2015 listet kein Geringerer als Finanzminister Wolfgang Schäuble unter der Überschrift „Was mir Freude macht, wenn ich an Deutschland denke“ 25 deutsche Highlights auf, darunter: „Hornberg im Schwarzwald: Mein Heimatort. Dort lebte ich mit meinen Eltern und Brüdern, da habe ich Fußball und Tennis gespielt. Die Stadt des Hornberger Schießens, der ersten Abrüstungsinitiative der Welt. Wenn sich daran heute der eine oder andere ein Beispiel nähme, wäre die Welt ein friedlicherer Ort.“ Ja, wenn da nicht endlich die Ehrenbürgerschaft fällig ist …

Das Hornberger Schießen des Monats November 2015

Es pifft und pafft im Blätterwald. Wenn die Anzahl der Stellen, an denen das Hornberger Schießen zitiert wird, ein Indikator für den Zustand der Welt ist, geht derzeit ziemlich viel in die Hose. Allein "DIE WELT" feuert einen doppelläufigen Hornberger Salut ab: Zum Ergebnis der vatikanischen Familiensynode heißt es: "So liest sich das Dokument der Synodenväter auf den ersten Blick wie ein Abschlussbericht zum Hornberger Schießen." Und zur Auswirkung der Flüchtlingskrise auf CDU/CSU schreibt sie: "Der Geist von Kreuth lebt, und die Granden der CSU ebenso wie die ob des Berliner Flüchtlingsmanagements rebellierenden Bürgermeister im Freistaat wären gut beraten, die Ereignisse vom zornigen Herbst 1976 zu studieren, die damals die deutsche Parteipolitik im Ganzen und die Union im Besonderen erschütterten - und dann doch ausgingen wie das Hornberger Schießen."

 

Das Hornberger Schießen des Monats Dezember 2015

Sollte tatsächlich jemand die Frage aus der ARD-Quizsendung "Gefragt - Gejagt" vom 20. November 2015 "Wo liegt Hornberg, nach dem das "Hornberger Schießen" benannt ist? - Im Erzgebirge, Harz oder Schwarzwald?" nicht richtig beantworten, wende er sich an seinen Apotheker. Der weiß es vielleicht. Denn im Online-Bereich der Deutschen Apotheker Zeitung heißt es in einem aktuellen Artikel über einen Arzneiskandal "Das ging doch für die Staatsmacht mal wieder aus wie das Hornberger Schießen."

Das Hornberger Schießen des Monats Januar 2016

Mal wieder ein Blick über die Grenze nach Österreich. Die Vorarlberger Nachrichten schreiben: „Der angeblich größte Fall von Wirtschaftskriminalität im Land Vorarlberg endet nun wie das berühmte „Hornberger Schießen“ – es ist nämlich trotz großem und über Jahre anhaltendem Getöse nichts dabei herausgekommen.“

Das Hornberger Schießen des Monats Februar 2016

Die Schnurranten von „Radio Kommunale“ haben es schon „kommentiert“: Im Buch "Heimatkunde Baden" von Karl-Heinz Ott heißt es auf Seite 213: „[…] Hornberg, wo das Hornberger Schießen so jämmerlich ausgegangen ist, was aber keine Rolle spielt, weil Hornberg bereits wenige Meter im Württembergischen liegt.“ Auf Nachfrage ließ der Autor über seine Recherche wissen: „Deshalb habe ich dort [in Hornberg] im Rathaus angerufen, wo ich eine Frau am Apparat hatte, die meine Frage, wozu Hornberg gehört, mit der Behauptung beantwortete: "zu Württemberg".“

Das Hornberger Schießen des Monats März 2016

FBI und Apple streiten über die Entsperrung des iPhones eines Attentäters. Im Deutschlandfunk kommentiert der Wissenschaftsjournalist Peter Welchering den Ausgang der Anhörung der Parteien im Rechtsausschuss: „Auf den ersten Blick wie das Hornberger Schießen, ergebnislos.“

Das Hornberger Schießen des Monats April 2016

Das Hornberger Schießen überschreitet nicht nur Ländergrenzen sondern auch politische Ausrichtungen. So schreibt die sozialistische Tageszeitung "neues deutschland" über die Bemühungen zum Umgang mit den Flüchtlingen: "Bringen die Westeuropäer Ankara auf den von ihnen gewünschte Kurs oder endet es zum dritten Mal wie das Hornberger Schießen?"

Das Hornberger Schießen des Monats Juni 2016

Wir haben schon ein Zitat aus einer sozialistischen Zeitung in der Sammlung. Und jetzt gibt's es auch eins aus einer marxistisch orientierten Tageszeitung - und das auch noch international. Die "Zeitung vum Letzebuerger Vollek", das Zentralorgan der Kommunistischen Partei Luxemburgs betitelt einen Bericht über eine Sitzung des Luxemburger Parlaments mit "Hornberger Schießen fortgesetzt".

Das Hornberger Schießen des Monats Juli 2016

Jahrelang hing der Vorwurf der Marktmanipulation gegen Ex-Porsche Chef Wiedeking in der Luft. Nun wurde er freigesprochen. Das manager magazin verwendet dazu in dem Artikel „Wie übereifrige Staatsanwälte Karrieren beenden“ die prominente Unterüberschrift: „Fall Wiedeking: Das Hornberger Schießen“ und verwendet die Redewendung dann auch noch einmal im Text.

Das Hornberger Schießen des Monats August 2016

Eine etwas eigenwillige Auffassung zu Inhalt und Botschaft des Hornberger Schießens hat die Augsburger Allgemeine. In einem Kommentar zu einem Skiliftprojekt im Oberallgäu schreibt sie: „Der Witz am Hornberger Schießen ist bekanntlich, dass man bis heute nicht weiß, wie es ausgegangen ist. Beim Riedberger-Horn-Schießen ist das anders. Da lässt sich zumindest vermuten, dass es ähnlich ausgeht wie das Hornberger Schießen.“

Das Hornberger Schießen des Monats September2016

Unter dem Titel „Der Algier-Effekt treibt den Ölpreis über 50 Dollar“ analysiert die Frankfurter Allgemeine die Entwicklung des Ölpreises. Darin heißt es unter anderem über die Treffen der OPEC: „Die vergangenen Treffen, etwa im Frühjahr in Doha, der Hauptstadt von Qatar, waren ausgegangen wie das Hornberger Schießen: Insbesondere Saudi-Arabien und Iran, zwei wichtige Förderländer, die um geopolitischen Einfluss im Nahen Osten ringen, hatten sich nicht einigen können.“

Das Hornberger Schießen des Monats Oktober 2016

Die Börsen-Zeitung überschreibt ihren Leitartikel zur Hauptversammlung der Volkswagen AG kurz und prägnant mit „Hornberger Schießen“. Damit ist ja wohl auch alles gesagt.

Das Hornberger Schießen des Monats November 2016

Frank Schäffler war von 2005 bis 2013 Abgeordneter des Deutschen Bundestages. Nun ist er Autor und Kolumnist. Im Meinungsmagazin „Tichys Einblick“ überschreibt er einen Artikel mit "Spekulationen um den Euro gehen aus wie das Hornberger Schießen“. Nach einer ausführlichen Erklärung des Hornberger Schießens referenziert Schäffler in seiner Einschätzung zur Politik der Europäischen Zentralbank immer wieder auf dieses Ereignis und die Redewendung. Unter anderem heißt es da: „Anders als in Hornberg kann die EZB immer neues Schießpulver produzieren.“  Den vollständigen Text gibt es auf: http://www.tichyseinblick.de/kolumnen/schaefflers-freisinn/spekulationen-um-den-euro-gehen-aus-wie-das-hornberger-schiessen/ .

Das Hornberger Schießen des Monats Dezember2016

In der taz fällt in der Diskussion um die zukünftige Nutzung des Berliner Palais am Festungsgraben der Ausspruch: „Dass die Entscheidung nun erneut verschoben wurde, sei wie das „Hornberger Schießen“.“

 Das Hornberger Schießen des Monats Januar 2017

Das Jahr 2017 startet mit einem Zitat an prominenter Stelle: Seine Kolumne in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung überschreibt Michael Eder mit „Hornberg goes Olympia“. Im Text heißt es dann zur Dopingproblematik: „Ganz interessant auch: Das Hornberger Schießen wird olympisch, schon bei den Spielen in Tokio.“ Und weiter: „Und wenn dann schon alles im Sande oder vor Gericht verläuft, wie zu vermuten ist, dann – so das Olympische Komitee im Einvernehmen mit Herrn Putin – machen wir das doch gleich olympisch, das Hornberger Schießen, eine Disziplin, die uns Deutschen zugutekommen dürfte, denn im Schießsport macht uns, anders als beim Doping, ja so schnell keiner was vor.“

Das Hornberger Schießen des Monats Februar 2017

Mal wieder was aus Südtirol. Man kann sich das gut vorstellen: In Südtirol hat ein Bürger die Frage gestellt, ob der italienische Ex-Premierminister Matteo Renzi seinen Ski-Urlaub selbst bezahlt hat. Was man sich als Deutscher dagegen kaum vorstellen kann: Der Mann soll deswegen rechtlich belangt werden – also nicht Renzi, sondern der Fragesteller! Dazu schreiben die Südtirol News: „Abgesehen davon, dass im gegenständlichen Fall schwerlich ein wie immer geartetes strafrechtliches Vergehen ausgemacht werden kann und dass die Angelegenheit wieder einmal wie das berüchtigte Hornberger Schießen enden wird, stellt sich die Frage, wie es in unserem Lande mit den Grund- bzw. Menschenrechten aussieht.“

Das Hornberger Schießen des Monats März 2017

Der Tagesspiegel berichtet über mögliche Ermittlungen, um herauszufinden, inwieweit es Verbindungen der Trump Administration mit Russland gibt: „Der republikanische Senator Lindsay Graham etwa sagte in CNN, möglicherweise gehe die ganze Sache aus wie das Hornberger Schießen, weil es einfach nichts Strafwürdiges gebe.“ Es wird vermutlich nicht das letzte Mal sein, dass Donald Trump und das Hornberger Schießen gemeinsam in einem Artikel auftauchen werden, handelt es sich doch beim Hornberger Schießen um ein frühes (und harmloses) Beispiel von Falschmeldungen.

Das Hornberger Schießen des Monats April 2017

Das Hamburger Abendblatt schreibt in einem Artikel über die Irrungen und Wirrungen der deutschen Rechtschreibung: „Gegen klare Regeln hat niemand etwas einzuwenden, doch wenn Oberlehrer und Studienprofessoren jahrelang in Fachzeitschriften über völlig überflüssige Ausnahmen streiten, geht diese Rechthaberei meistens aus wie das Hornberger Schießen, und beide Möglichkeiten werden erlaubt.“

Das Hornberger Schießen des Monats Mai 2017

Beim traditionellen Maibock-Anstich im Hofbräuhaus holt der Kabarettist Django Asül zum politischen Rundumschlag aus. Unter anderem thematisiert er einen Untersuchungsausschuss zum „Riedberger Horn“ (Ein äußerst umstrittenes Alpinskiprojekt, für das die bayerische Landesregierung Naturschutzauflagen außer Kraft setzt), kombiniert dies mit einem Salmonellenskandal und bringt ungewollt sogar noch unser diesjähriges Erwachsenenstück auf der Freilichtbühne ins Spiel: „Das Fazit [des Untersuchungsausschusses] wird sein: Das Riedberger Horn liegt definitiv nicht im Spessart. Dafür geht das Thema „Bayern-Ei“ aus wie das Hornberger Schießen.“ Herzlichen Dank an Gottfried Bader für dieses Fundstück.

Das Hornberger Schießen des Monats Juni 2017

Das Hornberger Schießen im hohen Norden: Unter der Überschrift „Neue brutale Rockergruppierung in Hamburg?“, die auch schon alles über den Inhalt des Artikels aussagt, schreibt das Hamburger Abendblatt: „Der Vorfall selbst dürfte, so heißt es innerhalb der Polizei, wie das "Hornberger Schießen" ausgehen: Es wurde keine Waffe gefunden.“

Das Hornberger Schießen des Monats Juli 2017

Wo es aktuelle Themen gibt, ist das Hornberger Schießen nicht weit. Die Neue Nordhäuser Zeitung kommentiert zu den Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg: „Hart bestrafen will man jetzt die Rädelsführer im so genannten Schwarzen Block, all die Chaoten und Kriminellen. Das hörten wir doch schon einmal. Nach der chaotischen Silvesternacht in Köln. Das angekündigte harte Vorgehen verlief wie das Hornberger Schießen. Sollte es diesmal anders werden? Man darf gespannt sein.“

Das Hornberger Schießen des Monats August 2017

Auch der SC Kaltbrunn hat schon ein Hornberger Schießen erlebt – allerdings eines von der sportlichen Art. In einem Rückblick auf die Vereinsgeschichte verweist der Schwarzwälder Bote auf „ein Punktspiel, das als »Hornberger Schießen« in die Vereinsgeschichte einging: Mit nur neun Spielern wurde das Spiel mit 0:27 verloren.“

Das Hornberger Schießen des Monats September 2017

Auch die aktuellen Transfer-Exzesse im Fußballmarkt werden mit dem Hornberger Schießen kommentiert. Schalke 04 Manager Heidel meint; „Es würde mich nicht wundern, wenn die Prüfung des Neymar-Transfers ausgeht wie das Hornberger Schießen.“

Das Hornberger Schießen des Monats Oktober 2017

Mal wieder was von jenseits der Grenze, aus Österreich. In einem Kommentar der Vorarlberger Nachrichten zu einem Skandal um den SPÖ-Wahlkampfberater Tal Silberstein heißt es: „Ein Untersuchungsausschuss zu den Geschäften der SPÖ mit Tal Silberstein würde daher wie der des Vorarlberger Landtags zu den Aktivitäten der Hypobank enden: wie das Hornberger Schießen.“

Das Hornberger Schießen des Monats November 2017

Diesen Monat gibt’s ein „Hornberger Schießen des Monats“ der anderen Art. Der Grund: Die Wirtschaftswoche hat die 25 innovativsten Mittelständler Deutschlands gekürt. Platz 1: Duravit, Hornberg, für die Entwicklung des smarten WCs. Gratulation an die Mannschaft der Duravit! Der Artikel beginnt mit den Worten: „Hornberg ist ein stilles Örtchen. In einem idyllischen Tal mitten im Schwarzwald leben gerade einmal 4000 Seelen. Hierher stammt der Ausdruck „Hornberger Schießen“ – und von hier kommen die Waschbecken und Toilettenschüsseln von Duravit.“

Das Hornberger Schießen des Monats Dezember 2017

Der Kreisbote berichtet von Diskussionen über die Stadtparkgestaltung in Kempten. Darin heißt es: „Vom „Hornberger Schießen“ sprach Michael Hofer (UB/ÖDP) und marginalisierte das Wettbewerbsresultat: „Da brauche ich keine 1,9 Millionen Euro in die Hand nehmen“, um kranke Bäume zu fällen, die Büsche auszulichten und von Wurzeln aufgeworfene Wege zu richten.“

Das Hornberger Schießen des Monats Januar 2018

In netter Form, mit einem kleinen Hintergrundhinweis garniert, berichtet die Westdeutsche Zeitung aus Düsseldorf:  „Vier aufgeregte Ratssitzungen überdauerte der Streit um Mehrkosten für den Tour-de-France-Start. Jetzt endete die Sache wie das sprichwörtliche „Hornberger Schießen“, bei dem die Bevölkerung des Schwarzwald-Dorfes 1564 ihr Pulver für den Besuch des Herzogs zu früh verschoß.“

Das Hornberger Schießen des Monats Februar 2018

Wieder mal was von jenseits der Grenze: Die Vorarlberger Nachrichten berichten über die die Absicht, eine Historikerkommission einzusetzen, um die Burschenschaft eines FPÖ-Politikers zu untersuchen, die wegen eines antisemitischen Liedtextes in die Kritik geraten war. Dazu Oliver Rathkolb, Vorstand des Instituts für Zeitgeschichte an der Uni Wien: „Sie werde sich vermutlich auf die weitgehend bekannte Parteigeschichte beschränken und der Frage erst gar nicht nahe kommen, wie es mit den aktiven Burschenschaftern im Parlament und in den Landtagen aussieht: „Das Ganze wird ausgehen wie das Hornberger Schießen. Null Überraschung.““

Das Hornberger Schießen des Monats März 2018

Auch das Großherzogtum Luxemburg kommt nicht ohne das Hornberger Schießen aus. Die Luxemburger „Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek“ kommentiert zu einer Diskussion in der Abgeordnetenkammer zum Thema „Immobilienpreise und Mieten“: „Wir nennen die Chamber nicht gern eine Quatschbude, weil das denen in die Hände spielt, denen selbst die bürgerliche Demokratie zu weit links angesiedelt ist, aber was sich diese Woche dort in der Diskussion über die Wohnungsproblematik abspielte, endete wieder einmal wie das Hornberger Schießen.“

Das Hornberger Schießen des Monats April 2018

Die Ärztezeitschrift Medical Tribune schreibt unter der Überschrift „Hausbesuche bald zu Fuß?“: „Schon der Diesel-Gipfel im August des vorigen Jahres war ausgegangen wie das Hornberger Schießen, ließ die Industrie weitgehend ungeschoren davonkommen und auch der neue CSU-Verkehrsminister Andreas Scheuer ist bislang nicht gerade als engagierter Verbraucherschützer aufgefallen.“

Das Hornberger Schießen des Monats Mai 2018

In der katholischen Kirche wird über das Für und Wider und die Bedingungen für ein ökumenisches Abendmahl gestritten. Dazu schreibt „Die Welt“ unter der Überschrift „Streit über Kommunion: Papst Franziskus treibt den Machtverlust des Vatikans voran“: „Das klingt nach Hornberger Schießen, nach Vertagung. Und tatsächlich bleibt der vordergründige Kommunionsstreit damit erst einmal ungelöst.“

Das Hornberger Schießen des Monats Juni 2018

Es ist mal wieder ein echter Ritterschlag, wenn es das Hornberger Schießen ins Fernsehen schafft – und dazu noch an einer so prominenten Stelle: Sprecherin Marietta Slomka eröffnete das ZDF "heute journal" am 21. Juni 2018 um 21:45 Uhr mit der Zusammenfassung des CDU-CSU-Asylstreits wie folgt: „Vorerst ging das Seehofer-Merkel-Duell aus wie das Hornberger Schießen. Aber der Pulverdampf hat sich damit keineswegs verzogen.“  

Das Hornberger Schießen des Monats Juli 2018

Vergangenen Monat hatten wir ein Fernsehzitat, diesmal eines aus dem Radio. In der Sendung "SWR 1 - Leute" vom 29. Mai 2018 urteilt der Geheimdienstexperte Erich Schmidt-Eenboom über die Überwachung von Journalisten durch den Bundesnachrichtendienst in den 1980/1990ern: "In der Regel ging's aus wie das Hornberger Schießen."

Das Hornberger Schießen des Monats August 2018

Auch die wichtigste Nebensache der Welt wird hin und wieder mit dem Hornberger Schießen garniert, so in einem Kommentar der „Augsburger Allgemeine“ zur Aufarbeitung des schlechten Abschneidens der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der WM: „Sehr wahrscheinlich also, dass das Fußball-Konklave endet, wie das Hornberger Schießen. Hornberg im Schwarzwald. Löw kennt sich da bestens aus.“

Das Hornberger Schießen des Monats September 2018

Wieder ein großes politisches Thema, das mit dem Hornberger Schießen garniert wird: der Brexit. Die Süddeutsche Zeitung schreibt zu einer Klausursitzung der britischen Regierung auf Theresa Mays Landsitz Chequers: „Wer immer in London eine Prognose wagt, geht davon aus, dass Chequers endet wie das Hornberger Schießen: erst großes Getöse, dann kommt nichts heraus.“

Das Hornberger Schießen des Monats Oktober 2018

Wieder mal was aus dem Radio: Die EU will mit einem Strafverfahren gegen Ungarn vorgehen. Die Erfolgsaussichten schätzt der ehemalige Brüssel-Korrespondent der ARD, Rolf-Dieter Krause, in einem Interview im „WDR 5 Morgenecho“ am 15. September 2018 wie folgt ein: „Erstmal wird dieses Rechtsstaatsverfahren aller Voraussicht nach ausgehen wie das Hornberger Schießen, weil Polen und Ungarn sich ja schon gegenseitig zugesichert haben, dass sie die erforderliche Einstimmigkeit verhindern werden, d.h. das Verfahren wird irgendwann hängenbleiben.“

Das Hornberger Schießen des Monats November 2018 

Höchste journalistische Weihen für das Hornberger Schießen: In Spiegel online kommentiert Peter Ahrens die peinliche Medienschelte der Führung des FC Bayern München und schreibt dabei: „Und dann kam dieses: das Hornberger Schießen mit dem Schrotgewehr.“

Das Hornberger Schießen des Monats Dezember 2018

Auch in Österreich ist das Hornberger Schießen fest etabliert, wenn es darum geht, fehlgeschlagene Aktionen geistreich zu kommentieren. Der Standard schreibt über die Entscheidung des Rats für deutsche Rechtschreibung zur geschlechtergerechten Schreibung in der Unterüberschrift: „Eine mit rasendem Herzklopfen verfolgte Sitzung des hochlöblichen Rates endete wie das Hornberger Schießen.“ Und weiter im Text: „Sie endete nur leider wie das Hornberger Schießen.“

Das Hornberger Schießen des Monats Januar 2019

Zum Jahresanfang gibt es eine echte Besonderheit, ein über 150 Jahre altes Stück Lyrik, das in einen sehr bedeutsamen historischen Kontext eingebettet ist. Verfasst hat es der Frankfurter Satiriker und Mundartdichter Friedrich Stoltze (1816-1891), der auch heute noch vielen Einwohnern der Mainmetropole ein Begriff ist. Er war einer der Wegbereiter der 1848er Revolution in Frankfurt, die die nationale Einigung Deutschlands und ein demokratisches und republikanisches Staatswesen zum Ziel hatte. Diese Bewegung mündete in der berühmten ersten Plenarsitzung der Deutschen Nationalversammlung am 18. Mai 1848 in der Frankfurter Paulskirche. Am 20. Dezember 1848 legte dieses Gremium ein historisch bedeutendes Dokument vor: das „Reichsgesetz betreffend die Grundrechte des Deutschen Volkes“. Zu seinen elementaren Eckpfeilern gehörten die Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz sowie die Presse-, Versammlungs- und Meinungsfreiheit. Sie gingen als wesentlicher Teil in die Reichsverfassung ein, die am 28. März 1849 von der Nationalversammlung verabschiedet wurde und haben 100 Jahre später das noch heute gültige Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland entscheidend geprägt. Die revolutionäre Bewegung konnte sich letztlich nicht gegen den Widerstand von Preußen und Österreich durchsetzen, was Stoltze ziemlich deprimiert. 1861 schreibt er das Gedicht "Schwärmerei", in dem es heißt:

"Wie's Hornberger Schießen, so spurlos und arm,

So ging's mit der Freiheit, daß Gott sich erbarm!"